Andreas Koop
designgruppe koop

Andreas, Leiter der designgruppe koop, stammt aus dem Allgäu. Bekannt ist er für seine regelmäßige Kolumne im „Novum“, für seine Publikationen „NSCI“ und „Die Macht der Schrift“ und seine Lehrtätigkeit an diversen Hochschulen. Seinen Fußabdruck möchte er aber hinterlassen, indem er uns alle zum Nachdenken bringt, welchen Werten wir uns verpflichten und wie wir unsere Verantwortung wahrnehmen können.

Zeichen setzen

Den Anfang machte Andreas Koop mit zahlreichen moralischen Fragestellungen, die jedeR GestalterIn für sich persönlich beantworten muss. Zu Recht, kommt doch dieses Thema, welche Verantwortung wir tragen, in den meisten heutigen Ausbildungen und Studiengängen zu kurz. Was kann Informationsdesign, was muss es? Nutzen wir Informationen politisch, für einen guten Zweck? Wofür setze ich meine Fähigkeiten ein? Und ist jedes Mittel recht, solange die Rendite stimmt?

In seinem Vortrag ruft er auf, die Industrie, die Wirtschaft und die Politik ebenso zu hinterfragen wie jeweils uns selbst. Gerade Informationsdesign mit dem Mittel der Informationsgrafik, der man mehr zutraut und glaubt als so manchen Bildern und Texten, sollte seine Verantwortung bewusst einsetzen. Doch wofür? Und finden sich AuftraggeberInnen, mit denen man über diese Werte nicht nur sprechen kann, sondern die sie auch teilen und umsetzen wollen?

Ein persönliches Beispiel das Andreas gezeigt hat, dass es auch anders geht, ist der Lechweg, den sein Büro designgruppe koop aus dem Allgäu umgesetzt hat. Hier ging es von Anfang an um ein Besser statt um ein Mehr. Auch statt einer Erweiterung der Bestandszielgruppe wurde überlegt, welche Gäste man denn gerne hätte.

Das Ergebnis ist eine Gestaltung für eine Tourismusregion, wo die Information im Vordergrund steht und wo es keine Werbung braucht. Gäste werden informiert, aber nicht bevormundet. Gestaltung wird weggelassen, wo es möglich ist; zur Beschilderung wird der Bestand genützt, statt neue Informationsträger in die Natur zu stellen.
Das Problem unserer Zeit scheint das Fehlen eines gemeinsamen, verbindenden Narrativs zu sein, dabei braucht es gerade heute kritisches Design. JedeR muss selbst herausfinden, wofür er/sie steht. Hilfestellung gibt die Frage: Was würde ich selbst nutzen, kaufen, verwenden, verschenken wollen? Ein Mehr ist meist sehr einfach – wie könnte ein Weniger gehen? Und wie kann Gestaltung wieder empathisch und sinnstiftend werden?

desgngruppe koop
Andreas Koop