Katrin Beste
Infodesignerin

Katrin ist eine spät berufene Infodesignerin, die außerdem gerne schreibt. Sie ist seit 01/2018 selbstständig, arbeitet im Bereich Signaletik und fotografiert folglich auch in der Freizeit dauernd Schilder und Piktogramme.

Die Ideen-Mach-Maschine

Manchmal braucht man zündende Ideen. Dann ist es gut zu wissen, wie unser Gehirn funktioniert und wie man es austrickst. Man kann schließlich nicht dauern duschen oder auf’s Klo gehen – hier kommen bewiesenermaßen die besten Ideen!

Und warum gerade dort? Weil unser Hirn auf Schienen fährt. Unsere Gedanken nehmen am liebsten die Wege, die sie schon kennen. Spurrillen. Und wenn wir nicht angestrengt versuchen diese Wege zu befolgen (unter der Dusche), dann könne die Gedanken wandern.

Wenn wir uns also mit einer Fragestellung hinsetzen und uns zwingen neue Gedanken dazu zu produzieren … das wird schwierig! Deshalb gibt es die Ideen-Mach-Maschine. Man kann sie alleine ausprobieren oder in der Gruppe. Aber hier gleich eine Warnung: nur weil man in der Gruppe ist, bedeutet das nicht, dass man bessere Ideen hat. Homogene Gruppen, die öfter miteinander brainstormen, werden immer seltener überraschen. Warum? Weil es wenig Unterschied macht ob man alleine auf Spurrillen fährt oder zu fünft. Wichtig ist es, sie zu verlassen. Und das geht so:

Schritt 1

Was ist die Frage? Was ist genau das Problem? Eine gute, klare Fragestellung ist wichtig, besonders wenn man andere zur Hilfe holt.

Schritt 2

In der Gruppe (oder bei Dir) sollte zumindest irgendein Wissen, eine Expertise zu dem Problem, um das es geht, vorhanden sein. Wenn man das nicht hat, sollte man versuchen es sich anzueignen. Oder eben einen Experten zur Gruppe dazu holen.

Schritt 3

Folge den Regeln für ein gutes Brainstorming:

a. Quantität über Qualität. Erst mal alles rauslassen, am besten aufschreiben. Ideen können neue Ideen provozieren. Man kann Ideen kombinieren und dadurch werden sie besser. Man kann Ideen unterschiedlich interpretieren. Priorisieren und bewerten kommt später.

b. Keine Kritik. Und dabei ist es auch wichtig den inneren Kritiker auszuschalten. Den äußeren sowieso.

c. Offen sein für Dummheit. Für Fantasie. Für Realitätsverlust.

d. Kopieren ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Andere Ideen können inspirieren. Nutze sie.

e. Hartnäckigkeit. Weitermachen. Und weiter. Wir haben alle gehört dass die besten Ideen in Brainstormings erst nach 20 Minuten kommen. Und das stimmt meist.

f. Kill your darling. Sei nicht zu verliebt in eine Idee. Schreib sie auf, aber dann wende Dich der nächsten Idee zu.

Schritt 4

Hilf’ den Gedanken aus den Spurrillen. Dazu gibt es unterschiedlichste Kreativtechniken. Ich finde es am hilfreichsten und gleichzeitig am einfachsten, wenn man seltsame, irritierende inspirierende Fragen stellt.

Hier ein Auszug aus den Fragen, die wir uns gestellt haben, als wir einen Namen für FYI: gesucht haben:

– Wie würde der Event heißen, wenn dein größter Kritiker ihn verarschen würde?
– Wie würdest du den Event nennen, wenn uu im Mittelpunkt stehen würdest?
– Die Veranstaltung würde verhaftet. Was wäre ihr Vergehen?
– Wie müsste man den Event nennen, um den coolsten Sponsor zu beeindrucken?
– Wie müsste man den Event nennen, um den coolsten Sprecher zu beeindrucken?
– Wie hieße ein Film über den Event?
– Wie müsste der Event heißen, um deinen Lehrer, den du am meisten gehasst hast, anzuziehen? Oder damit dein/e Ex-Freund/-Freundin käme?
– Wie hieße der Event, wenn es nur um das Thema ginge, das du am meisten an deinem Job hasst? Oder am meisten liebst?
– Wo sollte der Event am besten stattfinden? Wie hieße er dann?
– Wie würde ein Arzt die Veranstaltung nennen, wenn es eine Diagnose wäre? Oder eine Krankheit?
– und so weiter

Schritt 5

Alle Ideen werden aufgeschrieben, schön leserlich, sodass man eben auch abschauen und weiterdenken kann. Zwischenzeitlich, wenn es stockt, kann man auch mal die Ideen gegenseitig erklären, dann kommen wieder neue Ideen dazu.

Und erst danach folgt das, was man davon schon dauern machen will: bewerten, kombinieren, verdichten, entscheiden. Oder, wie in unserem Fall: jemand wird von seinem Freund abgeholt. Der schaut sich das alles an und hat dann in 3 Minuten den perfekten Namen. FYI.

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