Wien wird Wow

Kriso Leinfellner
Lichtwitz Leinfellner visuelle Kultur KG

Dass Wien WOW ist, wissen die WienerInnen unter uns ja schon. Noch mehr WOW wird Wien, wenn viele mitmachen, mitdenken, mitplanen – ganz im Sinne eines Stadt-Workshops. Was genau dahinter steckt, erklärt uns der Architekt und Industrial Designer Kriso, Co-Leiter des Büros für visuelle Kultur Lichtwitz Leinfellner.

Wien wird Wow

Bevor Kriso uns ein ungewöhnliches Möbel vorstellt, erklärt er uns die Grundeinstellung seiner Arbeit und folglich seiner Projekte. Für ihn ist die Visualisierung das Fenster zur Welt. Es geht nicht nur um das Offensichtliche, sondern seine Arbeit richtet sich an das periphere Sehen, an das Hören, den Geruchssinn, das Tasten, … all diese Sinne geben uns Informationen über den Raum, in dem wir sind – und sind somit auch der Bereich, den wir mit unserer Arbeit gestalten können. Der Mensch möchte nicht nur Bilder; der Mensch möchte Resonanz, er möchte in Wechselwirkung treten. Genau das trifft auch auf das vor zwei Jahren begonnene Projekt „Wien wird WOW“ zu, das als mobile Ausstellung mit Workshop-Charakter bezeichnet werden kann.

Ausgangspunkt ist der Wunsch, in den Stadtraum zu gehen – und nicht einen Container von A nach B zu fahren, in den die Menschen hinein gehen müssen. Somit beginnt die Idee mit etwas offenem: einem Regal. Ursprünglich gedacht für große Innenräume wurde es doch vor allem auf Plätzen in Wien verwendet. Es gibt ganz absichtlich kein lineares Narrativ, stattdessen gibt es Arbeitsflächen, es gibt digitale Vermittlung, verräumlichte Statistiken, Funfacts zu Wien, ein 3D-Modell eines Straßen-Querschnitts, in dem man vieles entdecken kann, … ein dichtes Angebot an Informationen, sodass man drei Minuten, aber auch 30 Minuten mit dem Regal verbringen kann. Um das Modell zum Leben zu erwecken, wurden tatsächlich alle Inhalte in ein digitales 3D-Modell eingebaut, inklusive der auf Amazon erhältlichen, weiß lackierten Ziege.

Als Hybrid zwischen einer Ausstellung und einem mobilen Workshop bietet das Projekt WienerInnen an diversen Orten in der Stadt noch bis 2020 einen Kanal, über den sie eigene Ideen, Wünsche und Ängste artikulieren können.

 

Zur Website